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Abenteuer Königskordillere Lamatrekking in Bolivien

Ein Bericht von Jürgen Staretschek - Alle Fotos von Franz Schubert
Nach einigen Akklimationstagen in La Paz mit Erkundigungstouren rund um die Stadt, besuchen wir den Titicacasee und wandern auf der Sonneninsel, dem mythologischen Ursprung der Erde.
Unser neuntägiges Trekking führt vom Altiplano zum mitunter schönsten Gebiet der ganzen Kordillere, dem stark vergletscherten Kondormassiv. Wir schlagen unser Camp, bestehend aus Küchenzelt und Zweimannzelten, an der wunderschön gelegenen Lagune Chiar Khota am Fuße des Massivs auf. Von hier aus besteht die Möglichkeit, einen leichten 5000er - den Pico Austria - zu "bezwingen". Über zwei Pässe erreichen wir das Livinosatal auf der Nordseite des mächtigen 6000ers Huayna Potosi. Den schönsten Ausblick auf diesen Giganten erhalten wir bei unserem Aufstieg zum nächsten Pass östlich des Zongo Tales. Hier betreten wir das Seengebiet. Mehrere Lagunen zieren am Fuße mächtiger Berge die durch Baja Brava Gras geprägte Landschaft. Als einzige Zivilisationshinweise dienen vereinzelte Steinhäuser der hier ansässigen Bauern. Unser Gepäck wird in den Anden von Lamas transportiert; beim beladen der Tiere werden wir ein wenig mithelfen, was schon alleine ein unvergessliche Aktion ist.
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Das Tagesgepäck wird von den Teilnehmern selber getragen. An das Seengebiet schließen sich die Cajas an, ein aus Hartlaubgewächsen bestehender Baum, sowie Strauchgürtel. Spätestens hier werden wir unsere Ausrüstung von den Lamas auf Esel umladen oder Träger anheuern. Nun verlassen wir die Welt der Eisriesen und wandern auf präinkaischen Wegen die Osthänge der Anden bergab. Wir wandern durch alle Pflanzenzonen der Ostanden von weit über 4000m bis auf 1000m, in das Einzugsgebiet des Amazonas. Von den Gletschern durch dichte Yungawälder mit ihren üppigen Farnen und riesigen Morphofaltern zu den Bananen- und Kaffeplantagen. Nach einem zwar einfachen, aber doch langen Trek, gönnen wir uns einen Tag der Ruhe in einem netten Hotel mit tropischer Atmosphäre. Auf der legendären Todesstrasse kehren wir mit dem öffentlichen Bus zurück nach La Paz.
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Ankunft in La Paz, Transfer zum Hotel im Zentrum. Je nach Ankunftszeit verwenden wir die Zeit, uns langsam an die Höhe der Stadt anzupassen. Ein kleiner Spaziergang zum Hexenmarkt und vor allem die wohltuende Wirkung des Kokatees, sorgen für eine langsame Eingewöhnung.
Der Hexenkessel von La Paz ist auf alle Fälle eine der interessantesten Städte Südamerikas. Ein buntes Treiben von Händlern, Bauern und Indios auf den Märkten, stehen im krassen Gegensatz zu den modernen Bürogebäuden. Wir erkunden die Altstadt mit dem Hauptplatz und den Regierungsgebäuden, besuchen die im Mestizobarock errichtete Franziskanerkirche und die im Petersdom nachempfundene Kathedrale.
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Zur rascheren Höhenanpassung unternehmen wir heute eine kleine Wanderung. Vom Seelental ausgehend wandern wir durch eine enge Schlucht aus Sedimentgestein zum Aussichtspunkt hoch. Wir erreichen eine Höhe von etwa 4000 m und erhalten dabei einen unglaublichen Blick auf La Paz und den sich südlich davon befindlichen 6450 m hohen Illimani. Nachmittags kehren wir wieder zurück zum Hotel.
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Ein halbtägiger Ausflug führt zum nahegelegenen Skigebiet Chacaltaya. An schönen Tagen haben wir von hier aus einen Blick auf die komplette Königskordillere bis hin zum weit entfernten Illampu. Hier reihen sich Gletscher an Gletscher, Gipfel an Gipfel - bis zum Horizont! Wegen der enormen Höhe unternehmen wir nur einen kleinen Spaziergang von etwa einer halben Stunde und kehren nachmittags wieder zurück zum Hotel. Heute werden wir bereits einige Einkäufe für unser Trekking erledigen. Hotelübernachtung in La Paz.
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Titicacasee
Vormittags fahren wir mit dem öffentlichen Bus in den Wallfahrtsort Copacabana am Lago Titicaca auf etwa 3810 m. Nachmittags erkunden wir den wunderschön gelegenen Ort und hoffen auf einen der spektakulären Sonnenuntergänge, welche man am besten vom Kalvarienberg aus betrachtet. Hotelübernachtung in Copacabana.
Per Boot gelangen wir zur Nordspitze der Sonneninsel. Eine etwa 3stündige Wanderung führt immer dem Inselkamm entlang zum südlich gelegenen heiligen Brunnen. Dem präinkaischen Mythos nach wurde nicht nur die Welt, sondern das ganze Universum von dieser Insel aus erschaffen. Bei gutem Wetter haben wir einen unglaublich schönen Blick auf den See und die dahinter liegende Kordillere. Nachmittags kehren wir zurück zu unserem Hotel in Copacabana.
Bereits bei unserer Fahrt entlang des Altiplanos zum Startpunkt des Trekkings erkennen wir die herausragende Schönheit des Condoriri Massivs. Sir Martin Conway, einer der ersten Kundschafter der westlichen Welt und Erstbesteiger des Illimani, sprach noch von ganzen "Kondorwolken" rund um den Berg. Diese gaben ihm zwar den Namen, sind inzwischen aber nur noch recht selten anzutreffen. Nach etwa 3stündiger Wanderung erreichen wir heute schon unser Camp an der Lagune Chiar Khota. Die Lagune liegt auf 4600 m in wohl einer der schönsten Landschaften der gesamten Anden und stellt das höchste Camp der gesamten Tour dar. Unser Gepäck wird im ersten Teil des Treks von Lamas und Mulis transportiert. Das Tagesgepäck wird von den Teilnehmern selbst getragen.
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Wir nutzen unsere Höhenanpassung der letzten Tage aus und besteigen den etwa 5200 m hohen Pico Austria. Bei dem ca. 3stündigen Aufstieg ist nur gute Kondition, aber keine Technik erforderlich. Im oberen Teil sind je nach Jahreszeit Leichtsteigeisen erforderlich. Alternativ kann der Gletscher unterhalb des Pico Illusion und des angrenzendem Pequeno Alpamayos erkundet werden. Wir verbringen noch eine Nacht an der Lagune Chiar Khota.
Wir wandern hoch zum niedrigsten Punkt zwischen der Aguja Negra und dem Pico Mirador mit herrlichem Ausblick auf den bereits nahe gelegenen 6000er Huayna Potosi. Ein zweiter Pass muß überwunden werden, um nun in das Livinosatal absteigen zu können. Nach insgesamt etwa 7 Stunden erreichen wir unser Camp am See. Oft werden die Wolken vom Amazonasbecken bis hierher hoch gedrückt.
Wir steigen weiter ab - langsam nimmt die Vegetation zu - und nach ca. 3 Stunden erreichen wir die Siedlung Chacapampa auf etwa 3580 m. Hier werden unsere Vorräte aufgefrischt und wir beginnen den zweiten Abschnitt unserer Tour - der Pfad durch das Seengebiet. Dieser verbindet das Condoririgebiet mit dem in die Yungas führenden Choro Trek. Der Weg wird nur selten begangen und führt vorbei an schön gelegenen Seen und kleinen Bergdörfern. Wir steigen heute zur Laguna Warawarani bis auf 4550 m und steigen ggfs. wieder bis zum Dorf Uma Palca auf 3960 m ab. Der Weg führt an der gigantischen Südwand des Mt. Tiquimani vorbei.
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Eine weitere Tagestour führt uns in die photogene Ansiedelung Sanja Pampa auf 3850 m. Das Leben der hier wohnenden Aymaras hat sich in den letzten Jahrhunderten wohl kaum verändert.

Heute erreichen wir den Anschlußpfad, welcher als Choro Trek bekannt ist und der die Yungas bergab in das Amazonaseinzugsgebiet führt. Wir überwinden einen letzten Pass knapp über 4000 m und wandern zu unserem Camp beim Dorf Achura auf 3600 m. Je nach Lust und Laune wandern wir noch etwa 1,5 Stunden weiter bis nach Challapampa auf 3000 m.
Wir verlassen nun das Gebiet der Gletscher, Bergriesen und Seen und wandern auf teilweise präinkaischen Pfaden dem Amazonasgebiet entgegen. Die Landschaft ändert sich dabei drastisch. Nach etwa 2 Stunden durch subtropische Vegetation, gelangen wir an die Choro Brücke unterhalb von Challapampa. Diese wird leider öfters durch starke Regenfälle zerstört und muss durch ein simples Seil ersetzt werden. Nach weiteren 5 Stunden erreichen wir Sandillani, unser nächstes Camp auf etwa 2000 m.
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Der japanische Einwanderer Tamiji Hanamura hat sich hier angesiedelt und bewirtet fernab der Zivilisation den müden Wanderer. Das Gästebuch ist gefüllt mit Trekkeradressen aus aller Welt.
Wir wandern bergab durch herrlich dichte Wälder bis zum Ort Chairo auf 1260 m. Hier endet unser Trekking. Wir organisieren einen LKW oder Minibus, welcher uns auf die andere Talseite hoch bringt nach Coroico. Bananen- und Kaffeplantagen, Orangen und Mandarinen, Restaurants, Kneipen zum Feiern und ggfs. ein Swimmingpool erwarten uns in diesem wirklich einladenden Ort.
Wir verbringen 2 Tage in Coroico, faulenzen am Pool oder erkunden auf eigene Faust die nähere Umgebung. Beide Tage dienen eventuell auch als Puffertage, um das Trekking gemütlicher zu gestalten.
Wir gelangen mit dem öffentlichen Bus zurück nach La Paz.
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Nachmittags können letzte Souvenireinkäufe erledigt werden.
Beste Reisezeit: Anfang Juni - Ende September

Ab 8 Personen kann diese Tour durchgeführt werden.
Anfragen bitte unter:
foto@inter-color.at

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